Immobilienmarkt Österreich 2009

24.06.2009 - 16:41 Uhr
Das Immobiliensymposium aus Anlass 30 Jahre ÖVI beschäftigt sich natürlich auch mit den aktuellen Marktentwicklungen. Noch kann nicht abgeschätzt werden, ob die Gefahr einer Hyperinflation oder einer Deflation stärker sein wird. Gewissen Zweck-Optimismus versprüht Dr. Klaus Liebscher, Vorstand der FIMBAG in seiner Key-Note zum Thema „Immobilie und Finanzmarkt“ wenn er sagt „Wir durchleben derzeit die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit 60 Jahren. Aber die Erfahrung lehrt: Jede Krise geht vorbei!"

Eines ist zu konstatieren: Noch ist die Krise nur teilweise in der Immobilienwirtschaft angekommen. „Gerade Anlageobjekte erleben derzeit eine große Nachfrage,“ wie ÖVI Präsident Udo Weinberger feststellt. Es ist ein verstärkter Trend Richtung Direktinvestments zu beobachten. Selbständige, Freiberufler und Vermögende, die ihr Kapital aus Aktien oder Fonds abgezogen haben und damit mit einem hohen Eigenmittelanteil finanzieren können, veranlagen zunehmend ihr Kapital in Immobilien.

Bereits 2008 wurde der heimische Investmentmarkt überwiegend von österreichischen und deutschen Investoren dominiert, der Anteil anderer ausländischer Investoren ist praktisch vom Markt verschwunden. Eine deutliche Verkleinerung des Käuferkreises ist die Folge. Portofolioverkäufe großen Stils dürften der Vergangenheit angehören. Einige Entwicklungsprojekte, mit deren Bau heuer begonnen hätte werden sollen, wurden aufgeschoben oder gestoppt.  Strengere Richtlinien bei der Kreditvergabe und Bonitätsprüfungen erschweren vor allem langfristige Finanzierungen.

Bislang präsentiert sich die Nachfrage am heimischen Bürovermietungsmarkt erstaunlich stabil, was jedoch einerseits auf einen zeitlichen Verzögerungsfaktor und zum anderen darauf zurückzuführen ist, dass der überwiegende Teil des Vermietungsumsatzes durch Umsiedlungen und Zusammenlegungen generiert wird. Es dominieren eher kleinere Vermietungen bis 3500 m². Die Neubauleistung nimmt deutlich ab. Aufgrund der reduzierten Angebotssituation und der aufrechten Flächennachfrage ist derzeit jedoch noch von keinen relevanten Mietpreisänderungen auszugehen. Verschärft sich allerdings die Situation am Arbeitsmarkt, sind aufgrund der abnehmenden Nachfrage wohl auch Preiskorrekturen am Büromarkt zu erwarten.

„Die Finanz- und Wirtschaftskrise wird auch vor dem österreichischen Immobilienmarkt nicht Halt machen, wenn auch derzeit die Auswirkungen geringer als in vergleichbaren Ländern des EU-Raumes sind", so MMag. Anton Holzapfel, Geschäftsführer des ÖVI.

Rückfragehinweis

Österreichischer Verband der Immobilientreuhänder
1040 Wien, Favoritenstraße 24/11
01/505 48 75
office@ovi.at, www.ovi.at



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